50. Internationale VGP

50. Internationale Jubiläums VGP Deutsch Langhaar in Österreich/Helpfau -Uttendorf vom 27. – 29. 09. 2018

Überragende Leistungen in Traumrevieren. Eine exzellente Veranstaltung unserer österreichischen Freunde, einer Jubiläumsprüfung gerecht werdend. Werbung für den Jagdgebrauchshund.

Ergebnisliste

Bilder

 

Rückblick

Eine „kleine“ Internationale VGP fand bereits 1966 statt, als am 24./25.09.1966 bei der VGP des Süddeutschen Club Langhaar in Roßtal bei Nürnberg zwei österreichische Gespanne, Ofö Heinrich Gottwald, Zeltweg, mit Conny v. Kettenluss und Dr. Rossmann, Zeltweg, mit Don v. Kettenluss antraten. Da nahm in einem Gespräch zwischen Wilhelm Houzer und Ofö Gottwald der Gedanke an eine VGP: Österreich, CSSR und BRD Gestalt an und Herr Gottwald wollte von Österreich aus Verbindung zu den tschechischen Langhaarleuten aufnehmen. Gut Ding will Weile haben. Das Jahr 1967 verging, erst als 1968 in der CSSR der „Prager Frühling“ die Regierung übernahm, war es leichter auch unserer Sache näher zu kommen. Die Hoffnung war groß, ein Gespräch mit Prof. Nemec, dem Zuchtberater für DL in der CSSR, trug dazu bei. Aber leider konnte sich der Prager Frühling nicht behaupten und es hieß wieder warten. Doch der Gedanke an die gemeinsame Prüfung schlief nicht ein und so konnte 1969 an eine VGP – Österreich – BRD – CSSR gedacht werden, zwar nicht in der BRD, aber in Österreich.

Am 3./4. Oktober 1969 fanden sich damals je 4 DL mit ihren Führern aus den 3 Nationen in Wittau östlich Wien zum edlen Wettstreit ein. Nach der Prüfung setzten sich dann Josef Dettelbacher, Österreich, Wilhelm Houzer, BRD, und Bohumil Kubelka, CSSR, zusammen und beschlossen diese Prüfung alljährlich im wechselnden Turnus durchzuführen. Und zwar nach der jeweiligen Prüfungsordnung des ausrichtenden Landes.

Die II. IVGP 1970 richteten die tschechischen Langhaarfreunde in Chlumec aus.

1971 war die BRD dran. Wir hofften, dass unsere tschechischen Freunde ihr Visum, das immer an einem seidenen Faden hing, erhalten würden. Es war alles vorbereitet, die Prüfung sollte im Raum Nürnberg stattfinden, und dann kam die Absage aus der CSSR, jedoch 10 Tage vor dem angesetzten Prüfungstermin die telegrafische Zusage. Es waren schöne und harmonische Tage. Völkerverständigung über DL.

Die IV. IVGP fand 1971 nochmals in der CSSR statt, dann aber im Turnus Österreich – BRD – CSSR.

An der XIX. IVGP in der CSSR durften zu unserer großen Freude auch DL aus der damaligen DDR teilnehmen. Diese VGP in den Revieren rund um Bystrice wurde auch von der DDR-Hündin Fee von der Jägerhalle gewonnen. Führer Karl-Heinz Funke.

Obwohl es sich bei den internationalen Prüfungen und Treffen in erster Linie um die Verbesserung der Hundezucht und Hundeausbildung in den einzelnen Ländern handelt, sollten wir aber auch nicht den wesentlichen Beitrag, den wir damit zur Völkerverständigung geleistet haben, vergessen. Es wurden im Laufe der Jahre hundertfache dauerhafte freundschaftliche Beziehungen aufgebaut, die auch zur Förderung der Jagdkultur in unseren Ländern beigetragen haben.

Damit standen und stehen wir in einer kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung, die über enge nationale Grenzen hinweg die europäischen Länder immer näher zusammenwachsen lässt.

Ich hoffe und bin sicher, dass in der Zukunft die IVGP weiterhin durchgeführt wird und wünsche mir, dass die Zusammenarbeit der Zuchtverbände die Früchte in Form von hervorragendem Hundematerial hervorbringt. Diese 50. Jubiläums IVGP hat gezeigt, dass sich alle Mühen gelohnt haben und das Ziel weitestgehend erreicht wurde. Es war eine Freude unsere Langhaar anzusehen; sowohl in Form wie auch in der Leistung.

Es wäre über die Vergangenheit dieser Prüfung noch viel zu berichten. Allein über die Legende Hans Sämmer und seinen tschechischen Freund Vladimir Kaiser könnten unzählige Seiten gefüllt werden. Das würde aber diesen Bericht überfordern und daher zur Prüfung selbst.

Standort der Prüfung, Region und Prüfungsvorbereitung

Oberösterreich Bezirk Braunau,

Strecken 2017 Hasen 2746, Schnepfen 68, Fasane 812, Wildtauben 1091, Enten 2439, Gänse 41.

Raubwildstrecken: Dachs 120, Fuchs 671, Baummarder 148, Steinmarder 203, Iltis 75, Wiesel 208.

 

Strecken Jagdreviere Helpfau – Uttendorf

2530 ha Niederwildreviere, Strecken 149 Hasen, 96 Hähne, 130 Enten, 28 Tauben, 4 Schnepfen, 3 Bekassinen.

Raubwildstrecken 30 Füchse, 7 Dachse, 20 Marder, 5 Iltisse, 5 Wiesel.

Ausgewählte Reviere für die IVGP

Revier Wieshof, Erlmühle, Burgkirchen, Neukirchen

Wasserreviere Lamprechtshausen, Überackern

Bereits im Frühjahr wurden die Brachen bestellt mit Blumenwiesen, Leguminosenmischung sowie Wildackerstammtisch.

Diese akribische Vorbereitung auf die Prüfung sucht ihresgleichen. Die Reviere danken es mit einem enormen Wildbesatz. Ein Vorstehhundparadies. Hier setzt sich ein Bankdirektor – Karl Kücher - auf den Traktor und macht die Arbeit. Ein ganz toller Zusammenhalt des ÖDLK. Auch nicht selbstverständlich, dass Gottfried Stadler in seinem Metallbaubetrieb die sehr geschmackvollen Ehrenpreise unentgeltlich herstellte.

Ablauf der Prüfung

Donnerstag 27.09.2018

19 Uhr offene Richterbesprechung.

Anschließend ein Rückblick auf 50 Jahre DL IVGP, zusammengestellt vom Ehrenpräsidenten des ÖDLK Franz Lehner. Präsentation erstellt von Karl Kücher. Eine mühevolle Arbeit alle Daten zusammen zu bringen. Ein ausdrücklicher Dank auch von Franz Lehner an Eike Behrens, der ihn sehr unterstützt hat.

Freitag 28.09.2018

7 Uhr 30 Begrüßung – Eglsee – Tagesappell mit Streckenlegung des Prüfungswildes (Prüfungswild wurde zur Verfügung gestellt).

Ein Höhepunkt dieser Prüfung: Das Streckenwild wurde mit zwei Pferdekutschen an den Sammelplatz gebracht. Ein imposantes, unvergessliches Bild. Anschließend wurde das Wild zur Strecke gelegt.

Welch mühevolle und liebevolle Arbeit wurde von den Organisatoren präsentiert. Ein Bild auch für die Öffentlichkeit.

8 Uhr 30 Fuchs über Graben. Ohne wesentliche Probleme.

9 Uhr 30 Abrücken der Gruppen in die Feld- und Wasserreviere.

Bei Kaiserwetter glänzende Leistungen am Wasser und im Feld. Höchste Anforderungen wurden auch an den Gehorsam gestellt. Hasen, Fasane, Rebhühner und Rehwild verlangten alles ab. Die kurzfristigen Wechsel Feld /Wald/Wasser meisterten die Hunde bravourös. Ein Zeichen für höchsten jagdlichen Verstand. Unvergessliche Vorstehleistungen mit Nachziehen und teilweise auch Umschlagen des Wildes. Strahlende Hundeaugen; eigentlich möchten sie jeden Tag in diese Reviere.

Die Wasserarbeit fand an einem Altarm am Zusammenfluss Salzach/Inn statt. Prüfungsgewässer einer IVGP angemessen. Bei der lebenden Ente wird in Österreich höchster Wert auf die Schwimmspur gelegt. Was für ein Genuss den Hunden dabei zuzusehen. Sie ließen nicht locker, wenn sie die Spur verloren, kreisend nahmen sie die Schwimmspur wieder auf. Alle, aber wirklich alle Hunde zeigten hier, was ein sehr guter Hund an Wasserarbeit leisten kann. Bei diesem Zuchtmaterial muss uns für die Zukunft nicht bange sein. Mit diesen Hunden wird in höchsten Maßen tierschutzkonform gejagt. Erfreulich war, dass diese Leistungen länderübergreifend gezeigt wurden. Meine besondere Freude war, dass sich auch unsere tschechischen Freunde nahtlos an diese Leistungen anschlossen.

Samstag 8 Uhr 15 Abfahrt zur Jagdkapelle – Schweißarbeiten

Übernachtfährten, nicht einfach auf den trockenen Nadelstreuböden.

Besonders die Verweiser – aus welchen Grund auch immer – hatten Probleme. 3 deutsche Hunde, die das eigentlich können, kamen dabei nicht zum Stück. Auch das Totverbellen von Kero vom Veybach klappte nicht.

18 Uhr Hubertusmesse mit den Mattigtaler Jagdhornbläsern.

Eine stimmungsvolle Hubertusandacht an der kleinen Jägerkapelle gehört zur Tradition in Helpfau/Uttendorf. Und zur Jagdkultur.

20 Uhr Preisverteilung mit GRÜNEM ABEND.

Wie schon aus dem Verlauf der beiden Prüfungstage zu ahnen, wurde diese Prüfung zu einem überragenden Erfolg der österreichischen Mannschaft. Ich habe es noch nicht erlebt, dass 4 Gespanne eines Landes an der Spitze dieser Prüfung und alle im hohem 1. Preis waren.

Aufrichtige und ehrliche Anerkennung von mir persönlich und vom Verband des DL-Mutterland.

Die Ergebnisse im Einzelnen

Österreichische Mannschaft

Mag. Josef Wieser Darwin vom Waldviertler Forst - 420 Punkte, Ia Preis Suchensieger Totverbeller

Karl Löschl Barett von Kallersdorf -415 Punkte, I. Preis

Mf Michael Mitteregger Aika vom Kuhschneeberg - 403 Punkte, I. Preis

Adolf Stadler Cira vom Lamprechtshausener Langhaar - 400 Punkte, I. Preis

Tschechische Mannschaft

Martin Jambor Happy z Budisovske doliny - 401 Punkte, I. Preis

Jiri Drahokoupil Goffy Skrivanci Rokle - 396 Punkte, I. Preis

Thomas Skalicky Lancelot vom Veybach - 402 Punkte, II. Preis

Zdenek Horak Alfa vom Dhronthal - 387 Punkte, III. Preis

Deutsche Mannschaft

Michael Noppinger Lindemann‘s Centa - 400 Punkte, I. Preis

Leonhard Schmieg Schoko von Buchheim - 399 Punkte, I. Preis

Isabell Riedling Khaleesi vom Veybach - 394 Punkte, II. Preis

Martin Bauer Kero vom Veybach - 386 Punkte, III. Preis

Nationenwertung

Österreich 1638 Punkte

Tschechien 1586 Punkte

Deutschland 1579 Punkte

Dank und Resümee

Selten, dass eine Prüfung das Prädikat Jubiläumsprüfung so verdiente wie diese. Von der Organisation bis zum Wildvorkommen einfach vorbildlich. Danke an die Vorstandschaft des ÖDLK und all den vielen fleißigen Händen. Eine Person muss natürlich besonders hervorgehoben werden.

Der Suchenleiter Robert Schweifer, bei dem alle Fäden zusammenliefen. Mit einer bewundernswerten Ruhe meisterte er den Prüfungsablauf. Immer freundlich, zuvorkommend. Wenn Not am Mann auch noch als Revierführer, er weiß, wo seine Fasane und Hasen liegen.

Er erhielt den Jubiläumspreis des DL Verbandes, ein Jagd-Ölgemälde des Jagdmalers Thomas Bold aus dem Pfälzerwald. Ein Unikat. Stellvertretend für den gesamten ÖDLK.

Wenn man am Morgen des ersten Tages die gesamten 22 Hunde (es wurden außerhalb der IVGP noch 10 weitere DL vom Veranstalter zugelassen) betrachtete, konnte man schon sehen, welche Qualität auch in Typ, Form und Haar vorhanden waren. Hätte eine Zuchtschau stattgefunden, es hätte ein überragendes Ergebnis mit sehr vielen vorzüglichen Hunden ergeben. Umso erfreulicher, dass wie schon zu ahnen, dies sich auch in den Leistungen widerspiegelte.

Diese anspruchsvolle IVGP haben alle 12 Hunde bestanden. Allein 8 Hunde im 1. Preis, bei den doch traditionell konservativ richtenden Richtern. Dieser Nationenvergleich hat gezeigt, dass alles das, was aufgewendet wurde -  auch finanziell –, sich gelohnt hat. Beginnend beim ÖDLK, der bis er im Jahre 1975 gegründet wurde, noch im Verein für langhaarige Vorstehhunde mit Großem und Kleinem Münsterländer zusammen war. Als eine kleine Minderheit innerhalb dieses Vereins bekamen sie von der Vereinskasse nur minimale finanzielle Zuschüsse. Josef Dettelbacher musste über Jahre um finanzielle Unterstützung kämpfen. Der DL-Verband an der Spitze mit Wilhelm Houzer unterstützte großzügigst die österreichische Langhaargruppe. Wie man sieht, es hat sich gelohnt und wie.

Ebenfalls bei unseren tschechischen Freunden. Sie sind noch heute mit Großem und Kleinem Münsterländer in einem Verein. Gerade für sie ist eine Prüfung in Deutschland alleine nicht zu stemmen. Österreich liegt näher, hier ist es nicht ganz so schlimm für die tschechische Mannschaft. Der DL Verband, an der Spitze unser Schatzmeister Dr. Lutz Frank mit dem Zwinger Frankundfrei, hatte zusammen mit dem Süddeutschen Club Verständnis und half, wo man konnte. Spritgeld und Übernachtungspreise in Deutschland sind für einen tschechischen Führer ohne Unterstützung nicht zu stemmen.

Dr. Lutz Frank hat auch einen Ehrenpreis für die beste Waldarbeit eines tschechischen Führers gestiftet. Schweißhalsung mit Riemen. Ein paar persönliche Worte sollte ich anlässlich der IVGP ausrichten. Ich zitiere:

„Gerne erinnere ich mich an die Zeit, als meine Familie vor der Wiedervereinigung anonym in der CSSR diese Veranstaltung besucht hat. Aber auch daran, dass bei der 20. IVGP der Platz für die Fahne der DDR trotz vorheriger Zusage kurzfristig leer bleiben musste. Besondere Erinnerung besteht, dass wir als DDR 1987 sehr erfolgreich an der 19. IVGP in Bystrice teilnehmen durften und mit Fee von der Jägerhalle den Sieger stellen konnten. Die beeindruckende sichere Schweißarbeit mit klangvollem Totverbellen dieser Hündin und der ebenfalls nicht enden wollende Applaus der zahlreichen Zuschauer beeindrucken noch heute.

Sehr gern möchte ich in Erinnerung daran und dem Jubiläum Rechnung tragend, dem Führer der tschechischen Mannschaft mit der besten Waldarbeit einen Schweißriemen mit der entsprechenden Halsung als Ehrenpreis in meinem Namen oder im Namen der „Frankundfrei`s“ widmen.“

Die beste tschechische Waldarbeit Martin Jambor mit Happy z Budisovske doliny, 151 Punkte bei der Waldarbeit. Er erhielt den persönlichen Preis der Familie Frank.

Ein Glücksfall für die tschechische Zucht ist Ing. Jiri Kec, der Präsident des Klub dlouhosrstych oharu (KDO) seit 2004. Ein Deutsch Langhaarmann, Züchter des Zwingers z Mechova.

Wie sich die tschechische Zucht im Formwert und Leistung inzwischen entwickelt hat, ist bewundernswert und vor allem ihm zu verdanken. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mit Gerwin Günter im Jahr 2005 auf einer Zuchtschau in Prag war und wir sehr konstruktive Gespräche geführt haben.

Unser Ziel war, die Zucht nach unseren Grundsätzen vorwärts zu bringen. Er hat es versprochen und in jeder Beziehung gehalten.

Rückblickend an diese Veranstaltung; nochmals herzlichen Dank an den ÖDLK an der Spitze mit Präsident Christian Studeny. Es war ein Erlebnis und wird für jeden, der teilgenommen hat, unvergesslich bleiben.

Die unvergessenen Gründungsväter dieser IVGP werden sicherlich sehr wohlwollend von oben diese Prüfung betrachtet haben. Josef Dettelbacher, Wilhelm Houzer und Bohumil Kubelka werden sich zunicken und sagen „wir haben unsere Sache gutgemacht“.

Es haben sich nach deren Tod immer wieder Männer gefunden, die diese IVGP weitergeführt haben. Und es werden sich in Zukunft auch immer wieder Persönlichkeiten finden, die mit Herzblut die IVGP weiterleben.

Auf die Rasse Deutsch-Langhaar – es sei erlaubt – zurückzukommen. Diesen Gesamteindruck, den wir als Background erhalten haben, lässt uns zuversichtlich vor allem international hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Es muss uns nicht bange sein. Wir dürfen aber in unseren Bemühungen nicht nachlassen. Ein besonders glänzendes Bild in jeder Beziehung haben unsere österreichischen Gastgeber dargestellt.

Der Termin für die 51. IVGP in Deutschland steht bereits fest. Der Süddeutsche Club Langhaar wird wie immer im Auftrage des DL-Verbandes diese am 12./13./14.September 2019 im Wald- und Wasserrevier des Forstbetriebes Ebrach und in den unterfränkischen Feldrevieren ausrichten.

Eine herzliche Einladung ergeht bereits jetzt. Wir freuen uns auf diese IVGP.

Norbert Wirsing

 

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